Tab Gigant Arcade Machine

Geschrieben von NAD am in News, Projects, Slider

 

Der Traum eines jeden 80er Jahre Gamers, ein eigener Arcade Automat ging vor kurzem für mich in Erfüllung dank meiner Freunde, welche mir den Automaten zum Geburtstag geschenkt haben. Leider war der Traum bald vorbei da der Monitor kurz danach seinen Dienst quittierte. Kein Problem, kurzerhand war der Plan eine Bang & Olufsen Bildröhre einzubauen und gleich den Automat auf 6 Buttons umzubauen.

Step 1: Bildröhrentausch

Da es mittlerweile schwierig ist Originalröhren für Arcade Cabs zu bekommen, vor Allem die große 23″ Röhre im Tab Gigant war der Plan eine normale TV Röhre einzubauen. Hat den Vorteil, dass man nun auch einen Tuner, Scart Anschlüsse etc hat. Der einzig für mich in Frage kommende TV war ein B&O MX6000, die Röhre sollte sich gerade mal ausgehen, immerhin hat sie 26″. Die Röhre wurde entladen, ausgebaut, eigene Winkel zum Einbau in das Cab aus Holz gebaut, das Cab adaptiert für die neue Röhre, und schließlich die Röhre eingebaut. Danach habe ich noch die Blendenkonstruktion vom Original TV umgebaut damit sie in den Automaten passt, kombiniert mit lackierten Holzblenden.
Folgend die Fotos vom Einbau:

Step 2: JAMMA to SCART

Das 15Khz RGB JAMMA Signal ist glückerlicherweise komplett kompatibel zum normalen RGB Scart signal, somit braucht man eigentlich nur einen einfachen Adapter, optional mit 3 Potis zum Regeln der RGB Signale und schon kann man ein Jamma Board auf einem Scart TV anschließen. Ich habe dies mal mit einem Eigenbaukabel getestet und das hat schon nahezu perfekt ausgesehen. Kurzerhand habe ich einen fertigen Adapter auf eBay gekauft und diesen noch umbauen müssen WEIL: a) der B&O TV sollte sich automatisch einschalten nachdem das Cab gestartet wird, b) Der B&O braucht ca 10 Sekunden nach dem er Saft bekommt bis er das 12V Scart Signal überhaupt registriert, also benötigte ich auch noch eine Verzögerungsschaltung für das 12V Scart Signal. Beides habe ich mit RC Schaltungen und Relais realisiert.

Step 3: 6-Button Mod

3 Knöpfe sind nett, aber für NeoGeo und andere Boards einfach zu wenig. Darum habe ich das Cab auf 6 Knöpfe pro Spieler umgebaut. Wichtig dabei war, das die Acrylplatte hinter den Knöpfen gleich aussieht wie die alte. Hier war die Heruasforderung, dass ich eine Konstruktion brauchte welche ich in die Original Stahlblende einbauen konnte, da das Anbohren der Originalblende nicht möglich war (die Löcher von den 3 Buttons überschneiden sich mit den 6ern). Das Original „Raster-Design“ hat mir dankenswerterweise mad.M perfekt nachgezeichnet. Dieses habe ich auf PVC drucken lassen und hinter die neue Acrylplatte gelegt. Der perfekte Abstand von der neuen Konstruktion aus Hartfaserplatten zu der Stahlblende habe ich mittels 3D gedruckten Distandscheiben und -blättchen geschaffen.

Step 4: Einfaches PCB tauschen – NEO GEO MVS

Das übliche Anschrauben der PCBs mittels Distanzstücke auf der Hartfaserplatte des Cabs ist mir ehrlich gesagt zu mühsam und unkomfortabel. Ich habe mich entschlossen alle vorhandenen Systeme auf eine Acrylplatte zu befestigen welche dann mit einem Handgriff in den Automaten eingesetzt werden kann, Jamma Anschluss drauf und fertig. Ein nettes Label gibt weiters noch Infos über die PCB/Konsole.. (ja ich baue auch noch Videospielkonsolen ein). Als erstes war ein original NEO GEO MVS dran, welchen ich mit Labels noch etwas verschönert habe. Als Cartridge dient vorerst ein 161-in-1 Modul

Step 5: Sega Dreamcast

Richtig, eine Sega Dreamcast kommt in den Automaten, ist ja naheliegend da für mich die Dreamcast DIE Arcade Console war (einen NeoGeo AES konnte man sich ja als Kind kaum leisten)
Um die Konsole auf den JAMMA Standard zu bekommen habe ich mir gebraucht ein TimerBoard gecheckt. Mich hat aber massiv das Text-Overlay des Boards gestört und weiters musste man den FREE Mode jedes mal neu konfigurieren, weil sich das Board den Zustand nicht merkt (Hardware Jumper wären hier weit intelligenter gewesen). Kurzerhand habe ich das Board so modifiziert, dass ein Mikrocontroller die Arbeit des Konfigurieren jedesmal nach dem Einschalten übernimmt, ein Display zeigt den Status und die Videoausgabe wurde hardwaretechnisch unterdrückt, sodaß nur das Dreamcast Videosignal durchkommt. Das Ergebnis war dann perfekt ! Hydrothunder und Co am Arcadeautomat !!

Step 6: Microsoft XBOX

Auch für die Xbox gibt es Timer Boards, und die sind wirklich gut und günstig. Warum die Xbox ? Ganz einfach, keine Konsole ließ sich so modden wie die Xbox und für dieses gute Teil gibt es COINOPS, das ULTIMATIVE Emulator Frontend. Allein durch das Design und die Bedienung von Coinops ist in meinen Augen die XBOX das Beste was man in ein Cab einbauen kann, weit besser als Retropie und Co und es schaut auch einfach geil aus wenn eine fette, schwere Xbox im Cab arbeitet. Hier war nur eine kleine Modifikation des Timerboards notwendig damit auch der Münzeinwurf funktioniert, bzw. wurden 2 Tasten am Board „umgedrahtet“ damit das Ganze auch bestens kompatibel wird mit den JAMMA Anschluss

Step 7: Raspberry PI

Der Vollständigkeit halber kommt auch ein Raspberry PI 3 rein. Hier wollte ich aber keinen ferigen JAMMA Adapter kaufen, da dieser a) zuviel kostet und b) es einfach keine Herausforderung ist. Ich habe mich entschlossen den Adapter selbst zu bauen. Anfänglich habe ich das JAMMA Interface um einen eigenen Connector erweitert welcher auf das Raspberry Board geht, zwei USB Controller wurde fix verdrahtet, das Composite Videosignal als Videoquelle vewendet. Nun traten folgende Probleme auf: a) das selbstgebastelte Interface hat mir überhaupt nicht gefallen, b) Das Raspberry Composite Signal sieht furchtbar aus, und der TV müsste nachträglich darauf umgeschalten werden, c) Audio muss natürlich auch verstärkt werden da das CAB keinen integrierten Audioverstärker hat. Kurzerhand hab ich alles umgebaut und einen eigenen JAMMA Anschluss mittels Fingerboard implementiert, einen Audioverstärker integriert und das RGB Signal mittels einem sehr günstigen Raspberry-SCART Adapter realisiert. 12V Schaltspannung dazu für den TV und das Ganze läuft schon. Auf dem Raspberry läuft Retropie/Emulationstation/Retroarch. Da viel Platz auf der Acrylplatte war habe ich noch eine Pandorabox dazugeschraubt

Step 8: Was kommt noch ?

Geplant wäre noch evt einen Philips G7400 mit einem JAMMA Interface zu versetzen und für das CAB herzurichten. Weiters möchte ich die Seitenteile des Gehäuses mit einem Retrothema folieren um dem ganzen noch das gewisse Etwas zu verleihen…


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