|
2005 fand in Wien die erste und auch letzte "World of Games" statt. Diese Messe sollte videospielbegeisterten und Retrogamern alles bieten, was das Herz begehrt,... Wir waren natürlich dort um das zu überprüfen... und das Ergebnis war nicht gerade berauschend.....
Zuerst sei mal gesagt, dass dieser Bericht rein Subjektiv ist.
ANKUNFT UND ERSTE EINDRÜCKE
Gleich mal vorweggesagt gibt es so viele Dinge an dieser Ausstellung die mir nicht nur ein, sondern gleich zwei weinende Augen bescheren, sodass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll Euch meine große Enttäuschung mitzuteilen. Aber der Reihe nach. Wenn man den gut versteckten Eingang zu dieser Ausstellung gefunden hat steht den meisten Besuchern wahrscheinlich gleich ein Ausdruck von Verwunderung ins Gesicht geschrieben (mich miteingeschlossen). Denn anstatt vor einem großen einladenden Tor oder ähnlichem zu stehen, muss man eine kleine enge Treppe in ein Unterirdisches Gewölbe hinuntersteigen oder einen kleinen Aufzug gleich daneben benutzen. Unten angekommen befindet man sich in einer Vorhalle die nicht gerade überfüllt ist. Hier kauft man sich um 7€ (!) seine Eintrittskarte und bei bedarf eine Ausgabe von dem österreichischen Videospielmagazin consol.at oder einem Poster des Werbeplakates das überall in der Stadt angebracht wurde (um 4€!!).
DIE AUSSTELLUNG SELBER
Nun aber endlich zum wichtigsten - den Spielen und Konsolen. Wer sich (dem Titel dieser Ausstellung zu Recht) eine große Sammlung von Konsolen, Arcadeautomaten und den Highlights an Spielen, aus den letzten 35 Jahren erwartet, wird böse überrascht. Angefangen wurde die kleine Reise durch die Welt der Spiele mit einigen Arcadegeräten, die aber absolut niemanden vom Hocker reißen konnten. Mitten unter diese eher unbekannten Spiele gesellte sich auch ein Flipper mit dem Namen „Attack from Mars“. Dieser gehörte aber noch zu den besten Stücken an diesem Tag. Weiter ging es dann in einem Raum indem einige X-Boxen mit den aktuellsten Spielen standen, die sowieso jedermann kennt. Darauf folgten dann noch Räumlichkeiten mit Gamecube, Nintendo DS, NES, SNES, N64, Dreamcast, Saturn, Megadrive 1 bzw. 2, Phillips G7000, 2 No-Name Pong-Konsolen und einem Atari 2600 und VCS. In diesen Konsolen steckten Spielmodule die komplett lieblos und willkürlich ausgewählt wurden. Auf 3 kleinen Postern an der Wand konnte man dann noch den Commodore C64 bewundern. Damit hatte man diese Beleidigung für jeden Videogamer hintersich gebracht. Jetzt zu der Begründung warum ich so entgeistert von diesem Event berichte. Mir fehlten einfach genauere Informationen zu den diversen Konsolen und Automaten wie z.B. wann dieses Teil auf dem Markt erschienen ist, was es gekostet hat, wie viel Stück davon verkauft worden sind, was es jetzt zur Zeit wert ist, ob man es noch leicht bekommt oder ein begehrtes Sammlerstück ist, usw. Noch dazu kommt, dass dies wirklich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem spannenden und interessanten Universum der Videospiele war. Es fehlte einfach zu zeigen wie man versuchte diesen Zweig der elektronischen Unterhaltung immer weiter zu verbessern und mit neuen Ideen anzukurbeln. Wie z.B. mit dem Vectrex, oder den von Atari hergestellten Projections Automaten um nur 2 von vielen zu nennen. Zur kleinen Ehrenrettung der Veranstalter ist zu sagen, dass man alle Konsolen und Automaten ausprobieren konnte. Das ganze auch noch ohne zusätzlich Kosten oder einer zeitlichen Beschränkung.
FAZIT
Mein Fazit ist einfach, dass ein paar Leute hier eine im Grunde gute Idee hatten, nämlich das Thema Videospiele endlich mal aus seiner verstaubten Ecke zu holen und den anderen Leuten zu zeigen, dass diese Art der Freizeitunterhaltung nicht diese stupide und verdummende Gefahr ist für die sie meistens gehalten wird. Dieses Ziel wurde aber sicher nicht erreicht. Diese Ausstellung war keinesfalls eine gute Repräsentation dieses tollen Hobbies.
Text: mad.M Fotos: nicht von starfox |